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Professor Garabed Antranikian auf den Azoren

Suche nach Leben in heißen Schwefelquellen

Beißende Schwefeldämpfe, brodelnde Schlammlöcher und heiße Quellen: Ein Lebensraum so ganz nach dem Geschmack von BIOKATALYSE2021-Koordinator Professor Garabed Antranikian. Denn hier wachsen sie, die "Extremisten" unter den Lebewesen, sogenannte extremophile Mikroorganismen. Das sind Bakterien, die nur unter extremen Bedingungen optimal wachsen können und dabei Temperaturen von bis zu 113°C aushalten oder pH-Werte von kleiner 4.


Nach dem Ende der Tagung "Extremophiles 2010", zu der sich im September 2010 über 350 Wissenschaftler aus 40 Nationen in Ponta Delgada auf den Azoreninsel Sao Miguel getroffen haben, um neueste Ergebnissen der Extremophilenforschung zu präsentieren, macht sich Professor Antranikian mit seinem Team auf, um die heißen Quellen im malerischen Inselort Furnas zu erkunden. Mit dabei BIOKATALYSE2021-Lenkungsausschuss-Vorsitzender Professor Gerhard Gottschalk, Grandseigneur der deutschen Mikrobiologie und erfahrener Bakterienjäger.

Zusammmen mit dem renommierten Vulkanologen Professor Victor Hugo Forjaz und dem Mikrobiologen Professor Milton da Costa sind die interessanten Lebensräume schnell gefunden und Antranikians Team beginnt damit, die wichtigsten Parameter der Quellen, wie Temperatur und pH-Wert zu dokumentieren und Probenmaterial in vorbereitete sterile Flaschen zu füllen. Die Vielfalt der verschiedenen Quellen, Solfataren und Fumarole erstaunt die erfahrenen Wissenschaftler. Die Temperaturen liegen zwischen 60 und 95°C und die pH-Werten variieren vom extrem sauren (pH 2) bis zum leicht alkalischen (pH 8) Bereich.


Professor Antranikian auf den Azoren

Zurück im Labor der portugiesischen Kollegen an der Universidade dos Açores beginnen nun die ersten Untersuchungen. Unter dem Mikroskop bei 1000-facher Vergrößerung erkennt man eindeutig stäbchenförmige Mikroorganismen.
In speziellen Nährlösungen sollen diese nun bei Temperaturen von 60, 80 und 90°C vermehrt und anschließen isoliert werden. Diese Arbeiten werden dann aber schon im Labor des Instituts für Technische Mikrobiologie an der TU Hamburg-Harburg durchgeführt werden.

"Ich bin sicher, dass wir in den Proben interessante Mikroorganismen und Enzymaktivitäten finden werden", sagt Professor Antranikian. Ziel ist es, robuste Enzyme zu finden, die nachwachsende Rohstoffe wie Zellulose oder Lignozellulose effizient umsetzen können. "Mit derartigen Enzymen könnte eine neue Generation von Bioraffinerien realisiert werden, die uns unabhängiger von fossilen Ressourcen wie Erdöl macht", so die Zukunftsvision von Professor Garabed Antranikian.



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Professor Garabed Antranikian auf den Azoren - Suche nach Leben in heißen Schwefelquellen




Alle Infos über die Extremophile 2010 www.extremophiles2010.itqb.unl.pt

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28.09.2010 15:46, tutech-tsn




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